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B2B-Kunden in der Schweiz finden – ohne Adresslisten zu kaufen

28. August 2026

Eine brauchbare B2B-Liste lässt sich aus öffentlichen Verzeichnissen, Google Maps und dem Handelsregister aufbauen. Entscheidend sind klare Auswahlkriterien, überprüfte Daten und eine respektvolle Ansprache.

B2B-Kunden in der Schweiz finden – ohne Adresslisten zu kaufen

Eine gekaufte Firmendatei spart auf den ersten Blick Zeit. Danach beginnt jedoch häufig die eigentliche Arbeit: veraltete Einträge entfernen, unpassende Betriebe aussortieren und klären, woher E-Mail-Adressen überhaupt stammen.

Für die Akquise in der Schweiz ist eine kleinere, nachvollziehbar aufgebaute Liste meist nützlicher. Du definierst zuerst dein Zielkundensegment, suchst passende Unternehmen in öffentlichen Quellen und prüfst die Angaben vor der Kontaktaufnahme. Eine IT-Beratung in Zürich braucht nicht sämtliche Schweizer KMU. Sie braucht Firmen, bei denen Standort, Grösse und möglicher Bedarf zur eigenen Leistung passen.

Das Zielsegment konkret festlegen

«KMU in der Deutschschweiz» ist noch kein brauchbarer Filter. Bestimme Branche, Region, Unternehmensart und ein sichtbares Merkmal, das einen Kontakt plausibel macht.

Ein Anbieter von Baustellensoftware könnte beispielsweise Bauunternehmen mit Sitz in Zug, Luzern und Schwyz suchen. Eine Agentur für mehrsprachige Websites konzentriert sich vielleicht auf Hotels im Berner Oberland, die internationale Gäste ansprechen. Ergänze Ausschlusskriterien: keine Filialen, keine bereits bearbeiteten Firmen oder keine Unternehmen ohne eigene Website.

Halte diese Regeln schriftlich fest. Sonst verändert sich das Profil während der Recherche, und am Ende enthält die Liste Betriebe, die nur entfernt miteinander vergleichbar sind.

Öffentliche Schweizer Quellen kombinieren

Eine einzelne Plattform liefert selten alle benötigten Angaben. local.ch, search.ch, Google Maps, Firmenwebsites und Zefix erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Verzeichnisse und Google Maps

local.ch und search.ch eignen sich für die Suche nach Branchen und Ortschaften. Google Maps hilft besonders bei lokal tätigen Unternehmen, etwa Elektroinstallateuren rund um Winterthur oder Treuhandbüros in Basel. Typische Angaben sind Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Website und Kategorie.

Diese Daten sind ein Ausgangspunkt, keine Garantie. Ein Eintrag kann doppelt, veraltet oder unter einem Markennamen erfasst sein. Arbeite deshalb in überschaubaren Segmenten und speichere Quelle sowie Prüfdatum. So lässt sich ein fraglicher Datensatz später nachvollziehen.

Zefix und UID

Im zentralen Firmenindex Zefix kannst du Handelsregistereinträge, Sitz, Rechtsform und Status kontrollieren. Die UID ist besonders hilfreich, um ähnlich benannte Unternehmen auseinanderzuhalten und Dubletten zu erkennen. Der öffentliche Auftritt eines Betriebs kann einen anderen Namen verwenden als der rechtliche Eintrag.

Zefix nennt jedoch nicht automatisch die richtige Ansprechperson für dein Angebot. Das Register bestätigt die juristische Einheit; die geschäftliche Relevanz musst du selbst beurteilen. Mehr dazu steht in unserem Überblick zum Schweizer Handelsregister.

Aus Treffern eine arbeitsfähige Liste machen

Erfasse Firmenname, Domain, Ort, Kanton, Kategorie, Quelle, Prüfdatum und wenn vorhanden die UID. Dazu kommen öffentliche geschäftliche Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Ein kurzes Feld «Warum passend?» verhindert, dass du Wochen später den Auswahlgrund vergessen hast.

Ein konkreter Vermerk wie «zwei Standorte und nur deutschsprachige Terminseite» ist verwertbar. Eine Notiz wie «gute Firma» hilft weder bei der Segmentierung noch bei einer individuellen Nachricht.

Kontrolliere E-Mail-Adressen möglichst auf der offiziellen Website. Eine publizierte Funktionsadresse kann für eine sachliche Erstanfrage geeignet sein. Persönliche Adressen solltest du nicht allein aus Vorname, Nachname und Domain konstruieren. Entferne Dubletten anhand von UID, Domain und Firmenname und teile die Liste in Gruppen mit einem gemeinsamen Bedarf.

Schweizer Vorgaben bei der Ansprache beachten

Geprüfte Firmensegmente und respektvolle B2B-Kontaktaufnahme

Öffentlich auffindbar bedeutet nicht frei für jede Form von Werbung. Relevant sind unter anderem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das revidierte Datenschutzgesetz und die erkennbaren Wünsche der Empfänger.

Bei telefonischer Werbung ist der Sterneintrag im Telefonverzeichnis zu beachten. Er zeigt an, dass keine Werbeanrufe gewünscht sind. Für kommerzielle E-Mails sollten Absender und Unternehmen eindeutig erkennbar sein. Erkläre knapp den geschäftlichen Bezug und biete eine einfache Möglichkeit, weitere Nachrichten abzulehnen. Massenversand ohne Prüfung, irreführende Betreffzeilen und versteckte Absender sind keine tragfähige Akquisestrategie.

Nach revDSG sollten Personendaten transparent und verhältnismässig bearbeitet werden. Sammle nur notwendige Angaben, schütze die Datei, begrenze Zugriffe und lösche überholte Datensätze. Bei sensiblen Daten, regulierten Branchen oder grenzüberschreitender Bearbeitung ist juristische Beratung sinnvoll. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Einen wiederholbaren Ablauf aufbauen

Beginne mit einem Segment und 30 bis 50 Firmen. Prüfe die Datensätze, kontaktiere sie über einen passenden Kanal und dokumentiere Reaktionen sowie Ausschlüsse. Erst danach wird erweitert. So erkennst du, ob das Zielprofil, die Botschaft oder der Kanal angepasst werden muss.

Nehmen wir einen Arbeitssicherheitsberater in St. Gallen: Er sucht nicht einfach «Industrie Schweiz», sondern Produktionsbetriebe in erreichbarer Distanz. Er kontrolliert Tätigkeit, Sitz, Website und Rechtsform. Sind viele Treffer Handelsfirmen ohne Produktion, wird zuerst der Suchfilter korrigiert. Mehr Nachrichten an ungeeignete Firmen lösen das Problem nicht.

Swiss Lead Pro bündelt Ergebnisse aus local.ch, search.ch, Google Maps und Zefix, extrahiert öffentlich auffindbare E-Mails und exportiert die Liste als CSV. Die fachliche Bewertung bleibt bei dir. Ein Tool kann Daten zusammenführen, aber keinen echten Bedarf garantieren. Unter So funktioniert es findest du den Ablauf; die Preise zeigen die Optionen. Free umfasst 3 Suchen pro Monat. Pro bietet 30 Suchen für 9.90 CHF monatlich oder 100 CHF jährlich, Unbegrenzt kostet 19.90 CHF monatlich oder 220 CHF jährlich. Zehn zusätzliche Suchen sind für 10 CHF erhältlich.

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Wähle eine Branche, einen Kanton oder eine klar begrenzte Region und prüfe zunächst eine kleine Liste vollständig. Wenn du die Informationen nicht aus mehreren Quellen von Hand übertragen möchtest, teste Swiss Lead Pro mit drei kostenlosen Suchen und exportiere passende Firmen als CSV.

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